Eine Reise nach Varanger und Finnisch-Lappland im März/April stand schon lange auf unserem Wunschzettel. Die Namen dieser Regionen haben einen besonderen Klang im Kreis der Natur- und Tierfotografen und sind wahre Traumziele geworden, die mit einer illustren Motivpalette aufwarten können. Doch auch hier, oder vielmehr gerade hier, vollziehen sich einschneidende Veränderungen, die ihre Ursache wohl im Klimawandel haben dürften. Dieses Jahr beispielsweise war es im März in den Wochen vor unserer Ankunft deutlich wärmer als üblich, was dazu führte, dass von der Schneeauflage (mit Ausnahme der höhergelegenen Fjällgebiete) nur noch wenig übriggeblieben war. Auch die Temperatur des Meerwassers war nach Aussage der Einheimischen einige Grad höher als sonst zu dieser Jahreszeit. Ob das der (alleinige) Grund war, dass nur noch ganz wenige Exemplare der Eis- und Scheckenten in den Hafenbecken rund um die Varanger-Halbinsel anzutreffen waren, lässt sich schwer beurteilen. Die Stars unter den nordischen Enten, die Prachteiderenten, waren schon gänzlich verschwunden und wir konnten sie gar nicht mehr in Båtsfjord und Kiberg aus den „floating hides“ heraus fotografieren. Wir hatten schon fast die Hoffnung auf die „king eiders“ aufgegeben, als wir doch noch den Tipp bekamen, dass sich bei Vardø zwei Erpel aufhalten, die sich zum Glück auch sehr kooperativ und fotogen präsentierten.
Ein anderes Wunschmotiv war dafür etwas leichter zu realisieren als erwartet. In manchen Jahren kann man in der Gegend rund um Tana bru und Austertana mit etwas Glück die Sperbereule finden. Hier mag die geringere Schneeauflage geholfen haben, den Eulen den Zugang zur Beute zu erleichtern – jedenfalls entdeckten wir dort einige Exemplare dieser hübschen Eulenart und konnten mitunter direkt von der Straße aus zu unseren Aufnahmen kommen. In der finnischen Taiga besuchten wir schließlich auch einen der bekannten Plätze, wo die überwinternden Singvögel gefüttert werden und man ohne zu stören ausgiebig fotografieren kann. Es lohnt auch, sich die ein oder andere Nacht um die Ohren zu schlagen, v.a. wenn klarer Himmel und ausreichend Polarlicht-Aktivität vorhergesagt sind. Dieses Metier ist für uns fotografisches Neuland, und so waren wir sehr glücklich unsere ersten Nordlichter erleben und fotografieren zu können.







































